Altersbedingte Makuladegeneration erkennen
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine Erkrankung der Netzhaut, die vor allem die Makula – die Stelle des schärfsten Sehens – betrifft. Sie tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf und kann das zentrale Sehvermögen zunehmend beeinträchtigen. Das äußere Gesichtsfeld bleibt dabei in der Regel erhalten.
Gerade im frühen Stadium verursacht eine AMD häufig keine oder nur geringe Beschwerden. Mit Fortschreiten der Erkrankung können Betroffene jedoch Veränderungen beim Lesen, Erkennen von Gesichtern oder bei alltäglichen Tätigkeiten bemerken.
Typische Veränderungen des Sehens können sein:
Gerade Linien erscheinen plötzlich wellig oder verzerrt – beispielsweise Fensterrahmen, Fliesenfugen oder Textzeilen.
Buchstaben oder einzelne Bereiche beim Lesen fehlen oder wirken verschwommen.
Die Sehschärfe nimmt ab, insbesondere beim Erkennen feiner Details.
In der Mitte des Gesichtsfeldes kann ein verschwommener, grauer oder dunkler Fleck entstehen.
Farben und Kontraste können schwächer wahrgenommen werden.
Gesichter werden zunehmend schwieriger erkannt, während die Orientierung im Raum häufig weiterhin möglich bleibt.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer trockenen und einer feuchten Form der AMD. Die trockene AMD entwickelt sich meist langsam über Jahre. Bei der feuchten AMD können sich hingegen krankhafte Blutgefäße unter der Netzhaut bilden, aus denen Flüssigkeit oder Blut austritt. Dadurch kann sich das zentrale Sehvermögen innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtern.
Besonders wichtig ist daher, neu aufgetretene Verzerrungen, einen zentralen Fleck oder eine plötzliche Verschlechterung des Sehens zeitnah augenärztlich untersuchen zu lassen. Mithilfe moderner Untersuchungsverfahren wie der optischen Kohärenztomographie (OCT) lassen sich Veränderungen der Makula detailliert darstellen und häufig bereits frühzeitig erkennen.
Durch regelmäßige Kontrollen und eine rechtzeitige Behandlung – insbesondere bei der feuchten AMD – kann das Fortschreiten der Erkrankung in vielen Fällen verlangsamt und das vorhandene Sehvermögen möglichst lange erhalten werden.